Mißbrauch der Ukraine durch die Weltmacht USA

von Brigadegeneral a.D. Reinhard Uhle-Wettler

Milliarden an Finanzmitteln, sowie Waffen, Ausbilder und Berater sind aus Amerika in die Ukraine geschickt worden, um dort den Widerstand gegen Rußland und eine Wendung in Richtung „freier Westen“ zu veranlassen. Das funktioniert nach einem organisierten Regimewechsel glänzend und wird seit dem Kriegsausbruch der gesamten transatlantischen Welt aufgetragen.

Die westliche Information darüber ist eine einzigartige Desinformation zur Manipulation der Massen, der nur wenige zu widersprechen wagen. Einer davon ist der bekannte 93-jährige Klaus von Dohnanyi. Sein sensationelles Buch: „Nationale Interessen“ belegt u.a. auf der Seite 106, daß hinter dem Ukrainekonflikt nationale Interessen der USA im Sinne ihrer Geopolitik stehen, deren Grundsätze bei Halford Mackinder, Zbigniew Brzezinski und George Friedmann (Rede vom 4.2.15) nachgelesen werden können. Von Dohnanyi: „Das Interesse der USA an der Ukraine ist eben nicht ein Engagement für Menschenrechte oder Demokratie, sondern Teil einer geopolitischen Strategie der Eingrenzung Rußlands im Sinne aus meiner Sicht mißverstandenen Interesses der USA – allerdings nicht der Interessen des außenpolitischen Establishments in Washington, das auf diese Weise seine eigene Bedeutung immer wieder bestätigt sehen will.“ Daß bei einer solchen Politik auch immer wieder Kriege oder gewaltsame Auseinandersetzungen in Kauf genommen oder angezettelt werden, kann man sehr gut den Büchern von Wolfgang Effenberger entnehmen, der hierzu umfassende Übersichten veröffentlicht hat (u.a. „Pfeiler der US-Macht“). Die USA sind eben nicht nur die einzige Weltmacht, sondern auch die kriegerischste Nation dieser Erde.

Ein neuer Eiserner Vorhang trennt nun Ost und West von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Diesseits liegen eine Reihe kleinerer Pufferstaaten, die das System bereitwillig und wie Vasallen absichern. Der neue Kalte Krieg stellt den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin als „Verrückten“ und als „Kriegsverbrecher“ dar, der vor den internationalen Strafgerichtshof gehört. Man kennt dies u.a. aus den Schicksalen von Saddam Hussein und Muammar al Gaddafi. Der politische Feind ist stets das Böse schlechthin.

Um die politische Lage richtig beurteilen zu können, ist es natürlich erforderlich, sich in den Gegner hineinzuversetzen und dessen Antriebe und Argumente, besonders seine Sicherheitsinteressen, zu verstehen. Ob nicht hinter Putin auch immer noch alte Sowjetkader stehen, die ihm gefährlich werden könnten, wird nicht einmal erwogen. Wer also kein „Putinversteher“ ist, kann sich kein ernstzunehmendes Urteil bilden. Besonders töricht ist die Tatsache, daß niemand nach der Verantwortung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dessen Politik fragt. Seine Unerfahrenheit und Unfähigkeit liefert sein Land einem Heroismus aus, der zur Zerstörung seines Landes und vielen unschuldigen Toten führt. Das Ziel der Loslösung von Rußland und des Anschlusses an den Westen anstelle einer geduldigen Neutralität hat unweigerlich zur kriegerischen Reaktion Rußlands geführt. Der Mißbrauch der Ukraine durch die USA ist offenkundig.

Die USA haben inzwischen ihre wesentlichen Ziele erreicht. Rußland ist durch die Sanktionen der sogenannten „freien Welt“ in einem umfassenden Wirtschaftskrieg schwer geschwächt. Das gilt zugleich für die Europäische Union, besonders Deutschland. Unser nationales Interesse einer wirtschaftlichen Kooperation mit unserem Nachbarn Rußland ist auf Dauer geschädigt. Die Unterbrechung des wirtschaftlichen Austausches mit Rußland und dessen Ressourcen fügt der deutschen Wirtschaft schweren Schaden zu (Prof. E. Hamer), der bisher widerspruchslos hingenommen wird. Die Politik der USA haben ganz im Sinne der oben erwähnten Geopolitiker erreicht, daß auf Jahre hinaus ein Zusammengehen von technischem Know-how und Wissenschaft mit dem ressourcenreichen und menschenreichen Rußland verhindert wird. Ein Machtblock Eurasiens, welcher der USA gefährlich werden könnte, kann also vorerst nicht entstehen. So können sich die USA halbwegs unbesorgt ihrem neuen Konkurrenten China zuwenden und dessen Eindämmung in Angriff nehmen. Die Ukraine aber wird als tragisches und mißbrauchtes Objekt zurückbleiben und auf Jahre hinaus mit ihrem Wiederaufbau beschäftigt sein, der nicht zuletzt von Europa mitgetragen werden muß! –

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