Zum Tode von Michail Gorbatschow

Russische Medien bewerten die Person Michael Gorbatschows anlässlich seines Todes weitgehend negativ, wenigstens zurückhaltend, teilweise jedoch offen hasserfüllt. Vielen Russen gilt er als Verräter, der Schuld war am Zusammenbruch der Sowjetunion und Rußland dem Westen in die Hand spielte.

Doch für Deutschland war Gorbatschow ein Glücksfall. Ihm haben wir wesentlich die Wiedervereinigung zu verdanken. Eine Wiedervereinigung, die unsere westlichen „Freude“ nicht wollten und bis zuletzt zu verhindern suchten. Im gleichen Atemzuge mit Michael Gorbatschow muss sein enger Berater Prof. Wjatscheslaw Daschitschew (+ 2016) genannt werden, der seit dem Zweiten Weltkrieg ein Freund der Deutschen war, früh Brücken der Versöhnung baute und konsequent für die Wiedervereinigung Deutschlands eintrat. Gorbatschow folgte ihm vorbehaltlos.

Übrigens forderte Gorbatschow für die Wiedervereinigung keine politischen Gegenleistungen. Er hat auch nicht die Festschreibung der Enteignungen in der sowjetischen Besatzungszone und der „DDR“ von 1945/49 gefordert, wie bis heute lügenhaft einige deutsche Politiker immer noch behaupten. Dieselben Figuren, die 1990 die widerrechtlichen Enteignungen bestätigten und damit kommunistisches Unrecht fortführten, zum Nutzen einer korrupten Kartellpolitik und ihrer Klientel.

Michael Gorbatschow war ein rechtlich und moralisch denkender und handelnder Mann, der das nie akzeptiert hätte. Die Deutschen haben Grund, Michael Gorbatschow dankbar zu sein und um ihn zu trauern. Es ist tragisch, dass eine von den USA und ihren Vasallen aus machtpolitischen Gründen vom Zaun gebrochene erneute Entzweiung des Westens und insbesondere Deutschlands von Rußland das große Versöhnungswerk Michael Gorbatschows jetzt zu zerstören droht.

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