Lage Ukraine 24./25.10.22 – „Schmutzige Bombe“?

In den vergangenen Tagen war es an der ukrainischen Front relativ ruhig. Es kam lediglich örtlich zu kleineren Vorstößen ukrainischer Bodentruppen, vermutlich vor allem zu Aufklärungszwecken, die von der russischen Verteidigung abgewiesen wurden (siehe Video unten). Auch ausgedehnte russische Luftschläge blieben aus.

Berichten von russischer Seite zufolge wurde in der Region Charkow die Konzentration von Einheiten bestehend aus polnischen Söldnern aufgeklärt. Polen soll derzeit das größte Kontingent ausländischer Soldaten in der ukrainischen Armee stellen.

Aufsehen erregte die Meldung der russischen Regierung, es lägen gesicherte Geheimdienstberichte vor, die Ukraine bereite einen „False-Flag“-Einsatz einer nuklearen Bombe („Schmutzige Bombe“) auf eigenem Gebiet vor, um die NATO zum unmittelbaren Eingreifen in den Krieg zu provozieren. Diesbezüglich soll es zu Telefonaten des russischen Verteidigungsministers mit seinen Amtskollegen in GB und den USA gekommen sein. Später hätten die Generalstabschefs der Länder in derselben Sache miteinander gesprochen. Russland fordert eine Beschäftigung des UN-Sicherheitsrates mit der Angelegenheit. Westliche Stimmen bewerten die russischen Behauptungen von einer „schmutzigen Bombe“ als falsch.

Einige Kommentatoren sehen die Gespräche zwischen Russland und den USA/GB als möglichen Beginn von Verhandlungen über die Lösung des Ukraine-Konfliktes an, was allerdings zu bezweifeln ist.

Insgesamt ist die militärische Lage so zu bewerten, dass sich beide Seiten auf den Winter vorbereiten. Möglicherweise wird dies mit dem Versuch verbunden sein, in den kommenden Tagen/Wochen noch territoriale Gewinne zu erzielen, um bessere Voraussetzungen für die Fortsetzung der Kämpfe im Frühjahr zu schaffen. Bis dahin könnten die Operationen „eingefroren“ werden.

Video: Eine Gruppe motorisierter Schützen mit 4 Schützenpanzern (BMP und BTR) wird auf dem Vormarsch von russischer Artillerie zerschlagen. Die beiden getroffenen Panzer sind vermutlich auf Minen gefahren. (Quelle Telegram.)

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