Werte-Union: „Premiumpartner CDU/CSU“

Der am 17.2.2024 gewählte erste Vorstand der Werte-Union. Quelle: www.partei-werteunion.de.

von Redaktion

Am vergangenen Wochenende hat sich in Bonn die Partei „Werte-Union“ gegründet. Dr. Hans-Georg Maaßen wurde erwartungsgemäß ihr Vorsitzender. Im Parteivorstand finden sich außer Maaßen keine herausragenden Persönlichkeiten, die bekannteste dürfte Vizeadmiral a.D. Kay-Achim Schönbach sein, ehemaliger Marineinspekteur der Bundeswehr. Dr. Markus Krall fehlt, er war auch bei der Gründung nicht anwesend, aus „gesundheitlichen Gründen“, wie der Ökonom auf „X“ angab.

In einem Interview mit Frank Henkel am Vorabend der Gründung gab Maaßen einige Details preis. Bei der Versammlung sollten 40 Personen anwesend sein. Ein Gründungsprogramm sollte beschlossen werden, das die Grundlage für ein Grundsatzprogramm der Partei und die Wahlprogramme sein soll. Etwa 10.000 Mitgliedsanträge gebe es bereits, so Maaßen. Er rechne mit bis zu 15% der Wählerstimmen. Bereits zu den Landtagswahlen 2024 wolle er mit seiner Partei antreten.

Auf die politischen Konkurrenten angesprochen, bezeichnete Maaßen CDU/CSU als „Premiumpartner“ der Werte-Union. Sprechen wolle man mit allen, getreu seiner Maxime, es gebe keine „Brandmauern“. Dies gelte auch für die linke „Wagenknecht-Partei“.

Zur AfD fand der designierte Parteivorsitzende deutlichere Worte: Die AfD sei eine „radikale“ Partei, deren Erstarken er „mit Sorge“ sehe. „Mit Sorge“ erfüllten ihn auch Vorstellungen von einem künftigen AfD-Ministerpräsidenten oder Innenminister. Einen Björn Höcke würde seine Partei nicht zum Landeschef in Thüringen wählen.

Zwar betonte Hans-Georg Maaßen noch einmal, dass seine Partei mit allen reden wolle, denn es gehe ihm um Inhalte, nicht um Personen. Die sorgsam gewählten Worte gegen die AfD allerdings dürften endgültig klar gemacht haben, dass die Werte-Union mit dieser Partei keine Koalitionen eingehen wird.

Natürlich muss die Werte-Union bemüht sein, gegen andere Parteien trennscharf zu bleiben, um überhaupt eine Chance im politischen Getümmel zu haben. In erster Linie wird die Maaßen-Partei auf Anhänger- und Wählerschaft aus dem Unions-Milieu rechnen können. Dennoch hat der Werte-Union-Gründer mit seinen Aussagen gegen die AfD und pro Union („Premiumpartner“) eine Art Vorentscheidung bekannt gegeben. Nun muss er aufpassen, dass seine Partei nicht doch zum Machterhalter des alten Parteienkartells wird und dazu beiträgt, dass deren deutschland- und demokratiefeindliche Politik fortgesetzt werden kann.

Die Redaktion

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