Die Diskussion um Brosius-Gersdorf scheint ein Ende gefunden zu haben, nicht jedoch die um die Besetzung des Bundesverfassungsgerichtes mit Richtern, die dazu beitragen sollen, eine linksextreme Ideologie verfassungsrechtlich abzusichern. Niemand kann behaupten, dass das Karlsruher Gericht in dieser Hinsicht nicht auch schon in der Vergangenheit Beiträge geleistet hat.
Kommentatoren weisen zu Recht daraufhin, dass auch die anderen Kandidaten des Parteienkartells für die roten Roben nicht weniger radikal linke Positionen vertreten wie Brosius-Gersdorf. Insofern war deren erzwungener Rückzug wegen der Betrugsvorwürfe hinsichtlich ihrer Dissertation schlicht ein Ablenkungsmanöver und eine Beruhigungspille für die wenigen verbliebenen Konservativen in CDU/CSU.
Im Hintergrund spielen sich ganz andere Dinge ab. Egal, ob es um die Tötung von Kindern im Mutterleib geht oder die Beseitigung der demokratischen Opposition – das Bundesverfassungsgericht soll ideologisch gleichgeschaltet werden im Sinne der Umwandlung der Bundesrepublik in eine zweite DDR. Dem ist nicht zu helfen, der das noch nicht begriffen hat.
Dabei war die Corona-Diktatur, die auf klar verfassungswidrige Weise installiert wurde, doch eine allzu deutlich Blaupause, für das, was noch kommen soll. Ebenso die nicht weniger auf diktatorische Weise durchgedrückte „Energiewende“ auf der Grundlage einer nicht bewiesenen Theorie vom „menschengemachten Klimawandel“. Beides wurde in den vergangenen Jahren willig von Karlsruhe abgesegnet.
Nun soll es einen deutlichen Schritt weitergehen: Es geht an die Unversehrtheit des menschlichen ungeborenen Lebens. Euthanasisten weltweit fordern seit Jahr und Tag die straffreie Abtreibung bis zu Geburt, und zwar nicht nur mit dem perfiden Verweis auf das „Selbstbestimmungsrecht“ der Frau, sondern auch wegen der vorgeburtlichen Auswahl lebenswerter bzw. lebensunwerter Kinder. Die frankensteinsche Technik, „Erbkrankheiten“ und sonstige Missbildungen bereits an Föten im Frühstadium festzustellen, hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Eltern sollen so animiert werden, eine Entscheidung zu treffen, ob sie ein absehbar vermeintlich „krankes“ Kind haben wollen oder nicht. Die Straffreistellung der Abtreibung bis zur Geburt, wie von Brosius-Gersdorf, aber bei weitem nicht nur von ihr, gefordert, soll genau zu diesem Zweck installiert werden. Gegen Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht will man sich durch die ideologiekonforme Besetzung der Kammern absichern.
Dass linke Kreise nun ob dem Abgang der Brosius-Gersdorf Gift und Galle versprühen, verwundert natürlich nicht. Entsetzlich dagegen ist das weitgehende Schweigen des bürgerlichen Sektors und nicht zuletzt der Kirchen. Zwar haben sich einige katholische Bischöfe klar für das Lebensrecht positioniert, doch gab es von dort auch unterstützende Stimmen für Brosius-Gersdorf. Aus der EKD hört man dagegen nichts. Aber auch das verwundert wenig, hat man doch dort das Christentum längst durch den Marxismus ersetzt.
Gegen die perfide Agenda des Parteienkartells sind nicht nur konservative Christen zum entschlossenen friedlichen und rechtsstaatlichen Widerstand aufgerufen, sondern alle Bürger, die noch über ein moralisches Gewissen verfügen. Wir hoffen zuversichtlich, dass das immer noch die klare Mehrheit in Deutschland ist.
Stephan Ehmke

