Alaska-Gipfel: kein Frieden, aber Düpierung Europas

Zunächst einmal: Putin ist in Alaska nicht verhaftet worden, wie einige Stimmen in Russland befürchtet hatten. Der Empfang des russischen Präsidenten durch seinen amerikanischen Amtskollegen war betont freundlich, die Pressekonferenz der beiden nach den Gesprächen zeigte größtmögliche Harmonie. Klar wurde, dass Putin zurück auf der Weltbühne ist (falls er sie je verlassen hatte).

Natürlich konnte der Kreml-Chef aus einer Position der Stärke heraus auftreten. Er hat keine innenpolitischen Kämpfe wie Donald Trump auszufechten. Sein Rückhalt beim russischen Volk ist ungebrochen. Dies hat auch damit zu tun, dass Putin sein Land erfolgreich durch den Wirtschaftskrieg geführt hat, den der Westen  – einschließlich der USA – gegen Russland vom Zaun gebrochen hat. Die Sanktionen haben vor allem zwei Effekte gehabt: Sie haben Europa schwer geschadet und sie haben Russland geholfen, seine wirtschaftliche Autonomie zu stärken.

Die Feindschaft des Westens hat Russland – eigentlich gegen seinen Willen – in die Arme Asiens getrieben. Russland und China sind keine Freunde von Natur. Auch BRICS ist ein Effekt des Wirtschaftskrieges. Mittlerweile umfasst dieses Bündnis den größten Teil der Weltbevölkerung und schickt sich an, den alten Westen an Wirtschaftskraft zu überholen. Hier hat sich Europa ebenfalls selbst ins Knie geschossen.

Auch militärisch steht Russland weitaus stärker da als die USA und die NATO. Seine Armeen sind seit drei Jahren kriegsgeübt. Sie schauen mit Stolz auf das, was sie in der Ukraine erreicht haben. Dass Russland diesen Krieg gewonnen hat, dürften mittlerweile auch die größten Deppen im Westen begriffen haben. Aktuell erzielen die Russen an der Front die ersten tatsächlichen Durchbrüche.

Russland verfügt über die weitaus modernen Atomstreitkräfte als die NATO. Der Kreml hat die Wirtschaft seines Landes auf den Krieg eingestellt – etwas, das der Westen überhaupt nicht mehr leisten kann. Der Ausstoß an Waffen, Gerät und Munition ist nach wie vor gigantisch. Inzwischen dürfte die russische Armee wenigstens zwei Millionen Mann umfassen. Schaut man sich dagegen den Zustand des Militärs in Europa an, können einem nur die Tränen kommen (der Trauer oder der Freude, je nach Standpunkt).

Deshalb war völlig klar, dass es bezüglich der Ukraine auf dem Alaska-Gipfel seitens Putin keinerlei Zugeständnisse geben würde. Russland hat seine Ziele klar definiert und hat auch keinen Grund, sie zu relativieren. „Befreiung“ der Donbass-Republiken, die Entwaffnung und Entnazifizierung der Ukraine und die Verhinderung seiner weiteren Einbindung in den Westen. Zwar wurde – etwas vage natürlich – die Fortsetzung der Verhandlungen bezüglich eines Friedens vereinbart, jedoch ist klar, dass das nach den Vorstellungen Russlands ablaufen wird.

Dagegen wurde möglicherweise Konkreteres über die Normalisierung der Beziehungen und die Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit vereinbart. Dies hinsichtlich der Zölle, der Abschaffung bilateraler Handelsbeschränkungen sowie die Einigung über noch bestehende Zwistigkeiten in der Arktis. Details sind bisher nicht bekannt geworden.

Trump wird den Gipfel als einen Erfolg seiner Person verkaufen, mit einigem Recht, auch wenn der klare Sieger Putin heißen dürfte. Vor allem aber werden die Neocons in den USA die völlige Bloßstellung und Demütigung Europas, insbesondere Deutschlands, feiern. Großspurig hatte der selbsternannte neue „Führer“ in Europa, Friedrich Merz, noch vor dem Gipfel verlautbart, er werde dafür sorgen, dass es ohne ihn und die EU keine „strategischen“ Entscheidungen geben werde. Selbst deutsche Systemmedien haben das als „großmäulig“ und „neunmalklug“ verspottet. Die von Kanzler Merz anberaumte Fernkonferenz vor dem Gipfel endete jedenfalls als Witz.

Friedrich Merz hat in seinen gut hundert Tagen Regierung innen- und außenpolitisch vollkommen versagt. Er jagt Deutschland immer weiter in die Isolation und in das wirtschaftliche Desaster. In der Union ist ein Aufstand gegen ihn wegen des Teil-Waffenembargos gegen Israel ausgebrochen. Noch ist nicht klar, ob der Bundeskanzler das politisch überleben wird. Was nach ihm kommen wird, dürfte allerdings kaum besser sein als er. Der ebenso komplett versagende Wirtschaftsminister Lars Klingbeil scharrt jedenfalls schon mit den Hufen. Er würde die deutschlandfeindliche Politik der jetzigen Koalition zweifellos noch schlimmer weiterführen.

In den Beziehungen zwischen den USA und Russland hat gestern jedenfalls eine neue Ära begonnen. Dies gilt auch bezüglich des Niederganges der EU und der NATO. Deutschland wird sich dem nur entziehen können, wenn das Volk endlich begreift, dass seine linken Politkräfte versagt und ausgedient haben und nur eine nationale Rechtsregierung den Karren aus dem Dreck ziehen kann.

Karl M. Richter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert