Die Heilige Familie – Objekt der Verehrung und hilfreiches Vorbild für das vielfach gefährdete Familienleben
Liebe Freunde und Wohltäter,
wir wünschen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreis Ihrer Liebsten! möge der Heiland in unser aller Herzen und unserer Heimat neu geboren werden. Beten wir für Frieden in den Familien und in Europa!
Der Heiland
Immer wieder wird er Mensch geboren,
spricht zu frommen, spricht zu tauben Ohren,
kommt uns nah und geht uns neu verloren.
Immer wieder muss er einsam ragen,
aller Brüder Not und Sehnsucht tragen,
immer wird er neu ans Kreuz geschlagen.
Immer wieder will sich Gott verkünden,
will das Himmlische ins Tal der Sünden,
will ins Fleisch der Geist, der ewige, münden.
Immer wieder, auch in diesen Tagen,
ist der Heiland unterwegs, zu segnen,
unsern Ängsten, Tränen, Fragen, Klagen
mit dem stillen Blicke zu begegnen,
den wir doch nicht zu erwidern wagen,
weil nur Kinderaugen ihn ertragen.
Hermann Hesse
Lesen Sie im Folgenden den Bericht über den Vortrag von Prof. Erwin Bader (Wien) über die Friedensperspektiven der Ukraine im Rahmen der Podiumsdiskussion „Gerechter Krieg? Friedensperspektiven für die Ukraine“ in dem dieser zum Abschluß folgende Frage stellte:
„Wo gibt es noch einen glaubwürdig neutralen Boden und Friedensstifter, wo könnte zwischen beiden Seiten vermittelt werden?“
Prof. Erwin Bader wies auf die Tragik aller derzeitigen Kriege, speziell des Ukrainekrieges hin. Er präsentierte zu seinen Ausführungen auch Folien, im ersten, ausführlicheren Teil mit zahlreichen Zitaten, im zweiten Teil mit Karten zur Sprachverteilung in der Ukraine. Der erste Teil wurde durch einige markante Zitate untermauert, z.B.: Carl von Clausewitz: „Der Krieg ist also ein Akt der Gewalt, um einen Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen.“ Kriegsführung sei also legitim: „Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ Der Psychologe Alfred Adler widersprach dieser Ansicht und sagte: „Krieg ist nicht die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, es ist das größte Massenverbrechen, das an der Gemeinschaft der Menschen verübt wird.“
Bader erklärte, dass man in der Antike überzeugt gewesen sei, in der Anfangszeit der Menschheit habe ein goldenes Zeitalter des allgemeinen Friedens geherrscht („Aurea prima sata est aetas …“), aber seit der Eisenzeit „lebt die Menschheit von Raub und Krieg“ (Ovid) und dies sei ein unausweichliches Schicksal (ähnlich Hesiod u. a.). Nur in unterschiedlich langen Zwischenphasen herrsche Friede. Augustinus hingegen erklärte, dass Gott die gesamte Natur nach dem Gesetz des friedvollen Miteinander aller Teile geschaffen habe, wie auch die Organe im Körper friedlich füreinander da seien, und der Mensch habe von Gott den Auftrag, das vernünftige Grundgesetz des Friedens auch zwischen den Völkern und Staaten einzuhalten. Er stützte sich dabei auf Jesu Worte: „Liebet eure Feinde“, „selig die Gewaltlosen“, „selig die Friedensstifter [=pacifici; davon das Wort Pazifist] …“ etc..
Jesus verurteilte niemanden, auch nicht die Kriegführenden, aber Bader vertritt die Ansicht, Jesus habe Petrus stellvertretend für die Menschheit zur gottgewollten Vernunft des friedvollen Miteinander gemahnt, als er sagte: „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen!“ (Mt 26,52) Das antike Christentum verhielt sich trotz erlittener Gewalt bis zur „Konstantinischen Wende“ pazifistisch, doch seit das Christentum zur römischen Staatsreligion wurde, versuchte man – anknüpfend an Ciceros Lehre vom „Gerechten Krieg“ – den Kriegen vorzubeugen bzw. diese im Ernstfall einzudämmen und zu mäßigen. Schon Baruch Spinoza sagte: „Der einzige Weg, um Konflikte endgültig zu lösen, ist, Feinde zu Freunden zu machen“; und ähnlich Desmond Tutu: „Die Herzen werden aber nicht durch Waffen, sondern [nur] durch Liebe und Edelmut gewonnen.“ Dass Bertha von Suttner den eifrigen Erfinder, aber auch Waffenfabrikanten Alfred Nobel zur Stiftung des „Friedensnobelpreises“ anregte, sei eine zukunftsweisende Leistung gewesen.
Der zweite, etwas kürzere Teil seines Referates bezog sich auf den Ukrainekrieg, der formell im Jahr 2022 nach zunächst innerstaatlichen gewaltsamen Konflikten mit der Intervention Russlands begann. Eine Zäsur sieht der Referent im 2014 in Kiew erlassenen Sprachengesetz, das die ukrainische Sprache gegenüber der davor deutlich stärker verbreiteten russischen Sprache mit Gesetzeskraft stark bevorzugt, was von vielen russischsprachigen Ukrainern zwar hingenommen, von anderen aber, vor allem in den Ostgebieten, als Affront empfunden wurde. Bader wies einerseits darauf hin, dass die beiden slawischen Völker der Ukraine und Russlands nahe verwandt sind und dass sie auch durch die vorherrschenden christlich-orthodoxen Religionsformen jahrhundertelang miteinander verbunden waren. Das Christentum ist auch ein Aufruf des grausam geschundenen und gekreuzigten Jesus, dass möglichst alle, vor allem aber die christlichen Völker, künftig in Frieden miteinander leben mögen. Es müsse endlich Friede geschlossen werden, damit das gegenseitige Töten und Zerstören ein Ende findet.

St. Michael im Lungau, Josef Bachlehner 1908


