
Am 24. Dezember vor 20 Jahren starb Uwe Greve kurz vor seinem 65. Geburtstag. Der wertkonservative Politiker, Unternehmensberater, Publizist und Autor war der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft eng verbunden. Viele Jahre war er in ihrem Beirat tätig.
Uwe Greve wurde 1940 in Leipzig geboren, wo er 1959 das Abitur ablegte. Eine akademische Laufbahn verwehrte ihm seine regimekritische Einstellung. So entschloss er sich ein Jahr darauf, die „DDR“ zu verlassen und nach Westdeutschland zu gehen. Den begabten Redner und Schreiber zog es zum Journalismus. In Kiel studierte er Geschichte, Politik, Wirtschaftswissenschaften, Germanistik und Rhetorik. Doch seine Leidenschaft gehörte der Politik.
Uwe Greves freiheitliche Gesinnung führte ihn zunächst zur FDP, wo er Mitarbeiter der schleswig-holsteinischen Landtagsfraktion wurde. Doch der zunehmende Werterelativismus der Liberalen enttäuschte ihn. 1971 wechselte er zur CDU. Seine Charakterfestigkeit, Prinzipientreue sowie seine hervorragenden Reden und Schriften überzeugten innerhalb der Partei. Schnell stieg er in ihre Führungsgremien auf. Lange Jahre war er Landesvorsitzender der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU und Vorstandsmitglied der Mittelstandsvereinigung der CDU. In den Jahren 2001 bis 2005 saß er für die CDU im Kieler Landtag.
Bei den Landsmannschaften der deutschen Heimatvertriebenen und ihren Organisationen war Uwe Greve ein häufiger und gern gesehener Redner und Gast. Er war einer der wenigen Landespolitiker, die sich ohne Vorbehalte hinter die Sache der Heimatvertriebenen gestellt haben. Auch für die deutschen Spätaussiedler aus den Ländern Osteuropas und vor allem Russlands war Uwe Greve ein engagierter Fürsprecher und Vertreter ihrer Anliegen. Weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus bekannt waren die jährlichen Kongresse der OMV für Spätaussiedler in Rendsburg, die stets von mehreren hundert Menschen besucht wurden. Auch der Mittelstand war ein Herzensanliegen Uwe Greves. Als Unternehmens- und Innovationsberater kannte er die Sorgen und Nöte der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland sehr gut. Nie wurde er müde zu betonen, dass gerade sie das Rückgrat der deutschen Wirtschaft seien und daher erhalten und gestärkt werden müssten.
Uwe Greve war Zeit seines Lebens dem Staate Preußen und seiner Idee, seinen Werten und Tugenden besonders verbunden gewesen. Preußen bedeutete für ihn Gemeinwohlorientierung, Pflichtbewusstsein, Fleiß, Redlichkeit, soziale Verantwortung, Rechtsstaatlichkeit und Treue gegenüber der Tradition. In seinen Reden und Schriften rief er immer wieder dazu auf, im Sinne eines vorurteils- und ideologiefreien „Lernens aus der Geschichte“ diese geistigen Schätze Preußens wieder neu zu entdecken, zu heben und für das Handeln des in Volk und Staat Verantwortung Tragenden fruchtbar zu machen. Nicht als sentimentale Erinnerung, sondern als lebendige Lehre für Gegenwart und Zukunft. Nicht zuletzt aufgrund dieser Haltung wurde er Vorsitzender des Bismarckbundes e.V. mit Sitz in Aumühle.
Uwe Greves schriftstellerisches und publizistisches Wirken umfasst Bücher und Broschüren zur deutschen und preußischen Geschichte, Marktwirtschaft, Rhetorik, Baukunst, aber auch humoristische Werke. Zudem gab er die Zeitschrift „Schiffe, Menschen, Schicksale“ heraus. Viele Beiträge schrieb er auch für das Deutschlandjournal und andere Veröffentlichungen der SWG.
Der überzeugte wertkonservative Politiker Uwe Greve sah sich ab dem Jahr 2000 zunehmenden Widerständen und Angriffen seitens der Führungsgremien der unter Merkel immer weiter nach links driftenden CDU gegenüber. Trotz seiner herausragenden Eignung und Leistung wurde ihm schließlich ein aussichtsreicher Listenplatz zur Landtagswahl 2005 verwehrt. Unter der seelischen und körperlichen Belastung der jahrelangen Kämpfe und persönlichen Anfeindungen erkrankte er schwer. Seiner heimtückischen Krankheit erlag er – viel zu früh – am Heiligen Abend des Jahres 2005.
Der Verband der Heimatvertriebenen Kreis Kiel e.V. und die Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung Schleswig-Holstein haben Uwe Greve zu seinem 80. Geburtstag eine Gedächtnisschrift mit dem Titel „Zur Aktualität Preußens“ gewidmet, die hier als PDF heruntergeladen werden oder unter vdhkiel@gmx.de in Druckform angefordert werden kann.
Foto: Uwe Greve (1040-2005), privat.

