Interview mit Prof. Dr. iur. et phil. Alfred de Zayas, Völkerrechtler und ehemaliger Uno-Mandatsträger in dem Schweizer Portal „Zeitgeschehen im Fokus“ am 17.1.2026.
Zeitgeschehen im Fokus Trump begründet seinen Angriff auf Venezuela und die Gefangennahme von Maduro damit, das venezolanische Drogenkartell zu bekämpfen. Ist das plausibel?
Professor Alfred de Zayas Seine Ausrede ist noch weniger plausibel als die Mär von den Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins im März 2003. Damals gelang es George W. Bush, eine sogenannte «Koalition der Willigen» aufzubauen, um zu versuchen, dem Angriff auf den Irak eine gewisse Legitimität zu verleihen. Damals ging es ums Öl – genauso wie 2011 in Libyen. Die USA wollen nun das venezolanische Öl klauen und suchen irgendeinen Vorwand.
Diesmal nimmt niemand Trumps Argumente ernst. Aber die internationale Gemeinschaft tut nichts, um den USA deutlich zu machen, dass es so nicht geht und dass man die Konsequenzen der Völkerrechtsbrüche nicht hinnehmen will. Die Welt scheint nicht zu begreifen, dass der Angriff nicht allein gegen Venezuela gerichtet ist, sondern gegen uns alle, gegen die fundamentale Idee der Rechtsstaatlichkeit, gegen die Zivilisation. Er bedeutet einen Rückfall in die Zeit des Absolutismus und des Imperialismus, von denen wir dachten, sie überwunden zu haben.
Der Angriff gegen Venezuela und das Kidnapping von Präsident Maduro wurde durch falsche Propaganda vorbereitet. Calumniare audacter, semper aliquid haeret – Verleumde dreist, denn etwas bleibt immer hängen. Man hat Maduro dämonisiert, wie früher Saddam Hussein, Muammar al-Gaddafi, Bashar al-Assad. Man soll Maduro hassen, dann ist es einfacher, sein Volk zu unterjochen und zu berauben. So wird die Welt belogen und manipuliert …
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