Berliner Stromversorgung im Visier – Ermittler tappen im Dunklen
von Bernd Kallina
Eine linksextreme „Vulkangruppe“, die schon seit 15 Jahren immer wieder die Energieversorgung und die deutsche Bahn angreift, schlug am 3. Januar 2026 in Berlin während der Tiefkalt-Tage erneut zu: Sie legte Brandsätze unter die zentrale Leitung zu einem Kraftwerk. Damit wurden rund 45.000 Haushalten und 2.200 Betrieben der Strom abgeschaltet. Erst nach vier Tagen konnte der Schaden vollständig behoben werden. Der Generalbundesanwalt hat angesichts der Schwere der Tat und des offenkundigen Terrorverdachts die Ermittlungen aufgenommen.
Soweit die Fakten. Die nächsten Absätze sind Fiktion: In Reaktion auf den Anschlag fanden Großdemonstrationen in Berlin und vielen anderen deutschen Städten statt. Hunderttausende von Bürgern, aufgerufen u.a. von NGOs wie „Demokratie morgen“ oder „Omas gegen links“ trugen Transparente mit den Aufschriften „Stoppt den linksextremen Terror!“ oder „Vulkangruppe verhaften!“ Investigativ-Journalisten der Korrekt-Redaktion stellten auf einer Pressekonferenz ihre brisanten Recherche-Ergebnisse vor, die sie bei einer konspirativen Zusammenkunft der „Vulkangruppe“ schon vor längerer Zeit bei ihren verdeckten Ermittlungen beobachtet hatten, nämlich: Linksideologisch durchzuführende Gewaltaktionen auf Zentren der Energieversorgung.
Aktionskünstler der Gruppe „Gerechte Schönheit“ stellten anklagend die arbeitnehmerfeindlichen Folgen der Vulkan-Gruppe vor dem Reichstag zur Schau. In allen wichtigen BRD-Leitmedien wurde über das vielfältige Protestgeschehen in Spitzenmeldungen berichtet. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier meldete sich zu Wort und mahnte an, sich auf alle Erscheinungsformen von Extremismus zu konzentrieren, was die Gefahren des jahrelang unterschätzten Linksextremismus einschließt, so wie er sich jetzt erneut in Berlin staatsgefährdend gezeigt habe. Ausdrücklich lobte er die spontanen Nachbarschaftshilfen der Berliner vor Ort bei Kälte und Dunkelheit sowie die mutigen Groß-Demonstration in Folge des Anschlags. „Solche Demonstrationen wünschte ich mir im Falle von linksextremen Gewalttaten in Zukunft mehr!“, sagte das deutsche Staatsoberhaupt.
Ende der Falschmeldung, konzentrieren wir uns wieder auf die Faktenlage: Kurz nach dem Angriff auf die Berliner Energieversorgung wurde kolportiert, dass dahinter auch Putin oder die AfD stehen könne. Doch diese Ablenkungs-Spekulation dürfte inzwischen widerlegt sein. Denn: Selbst die bisweilen sehr parteipolitisch geführten deutschen Sicherheitsdienste gehen angesichts der Bekennerschreiben von einem erstarkenden Linksextremismus in Form der Vulkan-Gruppe aus. Der Berliner Verfassungsschutz spricht dabei von „Öko-Anarchisten“, und das Bundesamt für Verfassungsschutz bezeichnet die linksextremen Tätergruppen als „Anarcho-Primitivisten“. In einem der Bekennerschreiben heißt es zudem: „Wer nun behauptet, hinter jeder Form von Sabotage müsse zwangsläufig ein fremder Geheimdienst stehen, verweigert sich der Realität gesellschaftlicher Konflikte im Inneren.“
Weitere Bekennerschreiben, veröffentlicht auf der szenetypischen Plattform Indymedia, weisen ganz klar in die vermuteten Richtungen. Da begründet die Vulkangruppe ihr Vorgehen, dass man „den Herrschenden den Saft abdrehen“ wolle. Die Gewaltaktion sei ein Akt gegen „die Gier nach Geld, Macht und Zerstörung“. Und: „Unsere gemeinwohlorientierte Aktion ist gesellschaftlich sinnvoll.“ Man habe vor, in den Metropolen „eine soziale Massenbewegung gegen die weltweite Zerstörung der Lebensgrundlagen und gegen alle Kriege und Ressourcenplünderungen“ in Gang zu setzen. Das Kraftwerk in Berlin musste vom Netz getrennt werden, um „CO2-Tote“ zu verhindern.
So das sektiererische Wording linksterroristischer Herkunft. Auf die naheliegende Frage, warum bislang die linksextremen Täter, die Teile Deutschlands lahmlegen, von Ermittlern noch nicht dingfest und gerichtlich angeklagt werden konnten, lässt sich mit der Vermutung antworten: Weil der sicherheitspolitische Staatsapparat der BRD offenbar eine Schlagseite auf die Gefahren von „rechts“ hat, was aber primär nicht am Personal der Dienste liegt, sondern – wie in anderen Bereichen auch – an der parteipolitischen Führung.
Abschließend noch der Hinweis, wo sich Berlins Bürgermeister Kai Wegner (CDU) während des Blackouts zeitweise aufhielt, was er zunächst bestritt: Auf dem Tennisplatz!
Dieser Beitrag erschien zuerst in der Zeitschrift „Zur Zeit“ Nr. 4/2026.

