Buchbesprechung: „Eine den Naturwissenschaften genügende Architektur für das 21. Jahrhundert“

GERNULF SCHALOW: Eine den Naturwissenschaften genügende ARCHITEKTUR für das 21. Jahrhundert. Eine in Estland herausgegebene Publikation mit XIV Kapiteln, Nachwort und Anhang. Zweite Auflage in Vorbereitung.

Die nach den Weltkriegen gegeneinander gerichteten Kräfte prägen die Architektur. Die Vorteile des Ostseeanrainer-Sprachschatzes und das einheitliches Natureigentum, zurück-blickend bis zu den Hyperboreern, den Delphikult (S. 15), werden hervorgehoben. Zwei Pariser Projekte – hängende Gärten zu den Métrobahnhöfen hinab (S. 20 ff., 197–202) sowie für den Neubau der Nationalbibliothek – bleiben Entwurf. Mit einer Begrünung gemäß Architekturlehre der Nachkriegszeit kann für die zweifach dichtere Bebauung des engen Paris genug Atemluft-Sauerstoff erzeugt werden, gerechnet in Hektar Grünfläche nach den Forschungsergebnissen von 1965 (S. 32, 203 f.), Vorlesung von Frau Prof. Hammerbacher, TU Berlin, 1969.

In den Kapiteln IV bis VI wird eine Hypokaustentechnik vorgestellt: Anstelle des Missbrauchs der Atemluft zur Raumerwärmung wird die betriebs- und baukostengünstige, die Lunge gesund erhaltende waagerechte Wärmestrahlung in die Außenwände eingebaut – 1969 von Prof. Ungers gelehrt, 1990 von Bauphysikern für die Nichtstaatlichen Museen Bayerns berechnet, ein halbes Jahrhundert später von belgischen Wissenschaftlern medizinisch begründet (S. 34–46, 205–212, 261 f.): Gesundheit bei halben Kosten.

Der Präsident der Akademie der Künste und Dekan der Fakultät für Architektur in Westberlin, Prof. Hans Scharoun, hatte 1959 mit der Berufung der Professoren die Einheit von Forschung und Lehre eingeführt (S. 54 ff.).

In den Kapiteln VII bis IX zeigen drei Projekte in der Schweiz (S. 56), zwei in Estland (S. 66, 221), eines in Paraguay, zwei  Berliner  sowie weitere Bauten das hohe Niveau dieser Lehre (S.54–71,216–228).

Kapitel VII: Zwei Pavillons in der Schweiz für höchste Ansprüche mit Innengärten für die neurophysiologische Forschung, Gelähmte mittels Bewegungstherapie zum aufrechten Gang zu befähigen. Die Gelähmtenindustrie verhinderte die Bauausführung; der Regierungsrat des Kantons Schwyz schrieb vergeblich 5½ Seiten gegen die Behördenrechtswidrigkeit (S. 216).

Kapitel VIII zeigt die Erweiterungsplanung für die Fakultät der Sportwissenschaft der Universität Tartu/Dorpat und das Genie der Lehre unter dem Dekan Scharoun: Sport und Körperkultur mit Baukunst zur Völkerverständigung zu heben. Fluchtwege als zweigeschossige palmenbewachsene Innengärten, Oberlichterpyramiden mit Nord- und Südfenstern, Temperierung, Kühlung und Wärmestrahlung. Die geplante Verlegung der Universität nach Tallinn wurde abgelehnt; die Forschung musste sich mit einem Provisorium begnügen (S. 60–62, 221 f.). Eine gesetzlich vorgeschriebene Veröffentlichung wird regierungsseitig verhindert (S. 62–64).

Ein Verkehrserschließungsplan für die Zentralschweiz (Kapitel VII) schafft durch Terrainhöhenstufung Sicherheit für Fußgänger, Freianlagen sowie ruhenden und fließenden Verkehr und nutzt Höhen zur Wasseraufnahme zunehmender Muren (S. 54, 141).
Kapitel IX zeigt die Erschließung eines Tuffmassivs für eine Ferienhaussiedlung an der Ostägäis (S. 54, 72 ff., 141) sowie Moosbach bei Kaiserslautern (S. 186).

Die Kapitel IX bis XIII behandeln Bauten der Zeit nach der Insolvenz der Einparteienregierung Mitteldeutschlands: Autosalon „hinter Palmen“ (S. 69), Bewertung des Stadtrandflughafens BER (S. 75 ff., 235–244), Kinderhausprojekt nach Wright (S. 77 ff.) sowie die Erschließung des Großraums Hamburg (S. 81).  Kapitel  XI belegt den Irrtum bundesdeutscher Forschung (S. 82 f.).

Kapitel XII und XIII berechnen Mehrkosten durch Fehlentscheidungen staatlicher Wettbewerbsjurys: St.-Hedwigs-Kathedrale (S. 84–87) und Museumsneubau M20 der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der Wettbewerbsentwurf des Autors führt 5-%-Rampen-Fluchtwege in hängenden Gärten aus den Untergeschossen (S. 88–92).

Kapitel XIV umfasst fünf „Berliner Briefe“ zur Architektur der Einheit von Forschung und Lehre der Scharoun-Zeit: Korrespondenz mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (S. 93 ff.), der Axel-Springer-Presse (S. 112 ff.), Wilfried Pape (S. 126 ff.) und der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft (S. 128 ff.). Ein Rechtsweg zur Durchsetzung gesetzesgemäßer Architektur besteht nicht (S. 146–169).

Nach Mitteilungen über den Autor folgen im Nachwort eine Darstellung der Scharoun-Fakultät der TU Berlin, der École des Beaux-Arts Paris, der Kriegsschäden in Berlin und Paris sowie Entwürfe u. a. für Michelin und Wiederaufbauprojekte (S. 170–187).

Der ANHANG enthält Erläuterungen und wissenschaftliche Nachweise zu den Kapiteln: Verkehrsplanungsgrundsätze, S. 189; 27 Veröffentlichungen, Lehrstuhl Prof. Ungers, TU Berlin, 1964 bis 1998, S. 191ff; Städtebauliche Erneuerung Wedding, Gutachten Prof. Koller, TU, 1963, S. 193ff; Hängende Gärten zu den Métrostationen, Texte, Einladungen, S. 197 bis 202; Sauerstoff/ha Grün, Lit. Vorlesung Frau Prof. Hammerbacher, TU, 1969, S. 203f; Hypokausten-Temperierung, optimale Bedingungen, S. 205 bis 211, 220; KOLI, Stadtbau, die Ausführungsbedingungen sind nicht rechtgemäß, S. 212; Wohnungsbaukritik von 1968, Hofmann, Jannsen, S. 213ff; Forschungspavillons, Brunnen-Ingenbohl, Regierungsrat Schwyz, 2002, S. 216ff; Sportwissenschaftliche Fakultät Tartu, 2006, S. 221f, 227; Raumklima Schule Darmstadt, Prof. Scharoun, 1951, S. 223 bis 226; Chaco MERCOSUR, Innengärten u. Kiesfilter gegen Staubluft, 2009, S. 228; Flughafen BER, Gutachten, Kinderhäuser Wright, Kammer, Littmann, S. 229–244; Bundesmittel-Architekturforschung, BDB-Journal, 2017, S. 245f; St. Hedwigs Kathedrale, Kostenberechnung, Akustik, 2017, S. 247ff; M 20 SPK, Flugblatt, 2016, BAUWELT: Pampe, Stockhaus, Dreßler, S. 250–252; Stadtbaurat, Bundespräsident, Nominierungsvorschläge, 2016, S. 253 bis 256; Grundsteinbeigabe 1958 Akademie der Künste: das Schöpferische, Staeck, S. 257; „fast unmöglich“; Prof. Candilis, Pläne Strukturalismus ins Feuer, 1993, S. 258; Auslandsdeutsche, 120000 deutsche Frauen, Atemluft, Diplomatie, 2020, S. 259; Streuwiese, medizinische Forschung, Lunge, Flimmerhärchen, Giselher Schalow, International Journal of Medical & Clinical Imaging, 2020, S. 260 bis 263; Ferienhäuser, Côte d’Azur, Entwurf, 2004, S. 264.

KMR

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