Wie schafft man es, völliges Versagen in einen überragenden Erfolg umzumünzen? Man veranstaltet einen Parteitag. So geschehen an diesem Wochenende in Stuttgart seitens der CDU. Das, was dort abgelaufen ist, erinnerte frappant an die letzten Durchhalteveranstaltungen der SED am Ende der DDR. Entsprechend den greisen Funktionären von damals scheinen die CDU-Granden von heute die Beziehung zur Realität vollkommen verloren zu haben.
Was lief ab? Die Wahlkampflügen des Merz wurden den Delegierten als das treue Halten von Versprechungen verkauft. Das völlige Unterwerfen unter die SPD malte man als Standhaftigkeit an die Wand. Das Abwracken der Ökonomie wurde als ein neues Erhardsches Wirtschaftswunder verkauft. Weisgemacht wurde den Leuten, mit der Energiewende habe man nichts zu tun. Das vollkommene Marginalisieren Deutschlands in Europa und der Welt erklärte man zur Führungsstärke. Zensur und Unterdrückung der Meinungsäußerung wurden zur Rettung der Demokratie umetikettiert. Ein paar lächerliche Abschiebungen wurden zum Kurswechsel in der Migrationspolitik umlackiert.
Kein Wort davon, wie die CDU dem linksgrünen Wokismus hinterherläuft. Wie man sich den Nachfolgern der Mauermörderpartei SED anbiedert. Wie Milliarden an Steuergeldern von linksradikalen CDU-Ministern an ebenso linksradikale NGO´s verschleudert werden.
Als große Helden treten neben dem bereits nach einem Jahr völlig gescheiterten Bundeskanzler (was man ihm auch ansieht) Leute auf, die bei Doktorarbeiten geschwindelt haben oder Milliarden in zwielichtigen Deals in der Coronazeit in den Sand gesetzt haben. Die erhalten bei den Wahlen zum Bundesvorstand Rekordergebnisse. Da muss es nicht wundern, wenn als Unterhaltungsmaßnahme ein politischer Dinosaurier aufgefahren wird, dessen alleiniges Erscheinen minutenlange stehende Ovationen hervorruft.
Dem staunenden Beobachter, an dem diese aberwitzigen Bilder vorbeiziehen, muss das schaudern ergreifen, als sich Friedrich Merz zum Schluss auch noch zum Wiedergänger von Konrad Adenauer erklärt.
Zur Ablenkung von diesem traurigen Schmierentheater muss natürlich ein Feindbild herhalten, die AfD, auf die praktisch jeder Redner eingeprügelt hat. Doch der teils fanatische Hass, der dieser Partei entgegengeschleudert wird, rührt in Wahrheit nur daher, dass diese die besten konservativen Tradition der ehemaligen Christdemokraten übernommen hat und weiterführt. Und natürlich von der panischen Angst, dass angesichts der steigenden Umfragewerte der Blauen die Plätze an den Fleischtöpfen immer rarer werden.
Am Ende ist einmal wieder klar geworden, dass die CDU nicht mehr ist als ein kleiner Teil des Einheitskartells der linken Altparteien, ja nurmehr eigentlich noch ihr Anhängsel. Würde dieses Schwänzlein verschwinden, am Ende würde es keiner merken und noch weniger bedauern.
Karl M. Richter

