Beeinflussen Endzeitsekten die US-Politik?

Es existieren Anzeichen dafür, dass US-Präsident Trump und seine Regierung von religiösen Fanatikern, die den Charakter von Endzeisekten haben, beeinflusst werden. Diese sollen sowohl dem jüdischen Zionismus als auch dem christlichen Evangelikanismus angehören. Ihnen gemeinsam ist der Glaube an die Wiederkunft eines „Messias“, der auf der Erde ein endzeitliches Reich unter Vernichtung aller bisherigen Ordnungen errichten wird. Die Gläubigen sollen darauf hinwirken, dass politische Vorausetzungen geschaffen werden, um das endzeitliche Ziel zu erreichen. Dazu gehören auch Kriege und andere Katastrophen.

Grundlage dieser Lehren sind teilweise okkulte und kabbalistische Auslegungen heiliger Schriften wie der Bibel. Vertreter des Christentums und Judentums  warnen vor den Gefahren eines solchen religiösen Extremismus.

Nun erschienen in verschiedenen Medien Berichte, die behaupten, dass im Iran-Krieg eingesetzte US-Soldaten mit derartigen Endzeitlehren indoktriniert werden, um eine Begründung für den Konflikt zu liefern.

Das Schweizer Nachrichten-Portal „Watson“ berichtet am 3.3.2026:

„US-Soldaten sollen sich darüber beschwert haben, dass ihre Vorgesetzten einen möglichen Krieg gegen den Iran mit religiösen und endzeitlichen Aussagen erklärt hätten. Diese Angaben stammen von dem Journalisten Jonathan Larsen. Larsen, der als Trump-Kritiker gilt, beruft sich auf Berichte der US-Organisation Military Religious Freedom Foundation (MRFF), die sich für die Trennung von Staat und Religion im Militär einsetzt.

Demnach habe ein Kommandeur erklärt, der Angriff im Iran sei Teil von Gottes Plan und Trump sei von Jesus «gesalbt» worden, um Armageddon einzuleiten. Eine unabhängige Bestätigung durch andere Medien oder offizielle Stellen liegt bislang nicht vor.

Zwischen Samstag, Beginn des Krieges, und Montag seien laut MRFF mehr als 110 ähnliche Beschwerden aus verschiedenen Einheiten eingegangen. Das US-Verteidigungsministerium äusserte sich zunächst nicht, schreibt Larsen.

Armageddon

Armageddon bezeichnet in der christlichen Endzeitlehre die letzte grosse Schlacht zwischen Gut und Böse vor dem Jüngsten Gericht. Der Begriff stammt aus der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament. In manchen evangelikalen Strömungen wird Armageddon mit aktuellen politischen oder militärischen Konflikten in Verbindung gebracht.

In einem Fall meldete sich ein christlicher Unteroffizier im Namen mehrerer Kameraden unterschiedlicher Religionen. Er berichtete, sein Vorgesetzter habe den Einsatz als Teil eines «göttlichen Plans» dargestellt und dabei auf die Offenbarung des Johannes verwiesen.

MRFF-Gründer Mikey Weinstein erklärte, viele Militärvorgesetzte würden den Krieg im Nahen Osten als religiös legitimierten Endzeitkampf deuten. Das verstosse gegen Verfassung und Militärrecht. Das MRFF erhalte derartige Beschwerden immer dann, wenn es im Nahen Osten eskaliere, etwa nach dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 oder nach 9/11.

In diesem Zusammenhang verweist Larsen auf religiöse Aktivitäten in der militärischen Führungsebene. Laut dem Journalisten soll Verteidigungsminister Pete Hegseth christliche Gebetstreffen im Pentagon durchführen. Hegseth selbst äussere sich bei diesen Veranstaltungen zu seinen religiösen Überzeugungen und werbe dafür. Zudem soll er regelmässig an einem Bibelkreis im Weissen Haus teilnehmen. Dieser werde von einem Prediger geleitet, der die Unterstützung Israels als göttlichen Auftrag darstelle.

Da sich die Vorwürfe bislang nur auf anonyme Berichte und die Darstellung eines einzelnen Journalisten stützen, bleibt ihr Umfang unklar. (hkl)“

 

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