Die Videos des letzten Treffens des Bundeskanzlers mit dem amerikanischen Präsidenten zeigen einen Schuljungen, der die Stimme seines Herrn („His Masters Voice“) hört. Dem endlosen Wortschwall des Bigmouth vom Potomac lauscht er nur, teils betreten schauend, teils grinsend. Reden darf er selber lediglich ganze drei Minuten. Und das erschöpft sich in Devotionalien.
Hier war wieder einmal ein Vasall zum Befehlsempfang angetreten. Welche Parole aber ausgegeben wurde, dürfte klar sein: „Zahlt und haltet die Schnauze“. Was Friedrich der Kleine dann auch gehorsam tat.
Friedrich Merz, im Februar 2025 durch von vornherein gebrochene Wahlversprechen und manipulierte Bundestagsmehrheiten an die Macht gekommen, ist zu mehr weder willig noch fähig. Er ist ein Hasenfuß, der, kopfwackelnd, öffentlich große Worte im Munde führt, in kleiner Runde aber den Schwanz einzieht. Gegenüber dem Koalitionpartner, dem klaren Wahlverlierer, der Marginalpartei SPD, kuscht er. Mutig wird er nur, wenn er einen Stärkeren hinter sich weiß.
Überzeugungen moralisch wertvoller Art, die ihn stark machen könnten, besitzt der Kopfwackler nicht. Deutschland und die Deutschen sind ihm egal. Hier ist er einig mit seiner Widersacherin Merkel, mit der man ihn boshafterweise beim letzten CDU-Parteitag vorgeführt hat. Ihre Willensstärke hat Merz allerdings nicht. Die Zerstörung Deutschlands überlässt er anderen.
Was Merz an moralischer Qualität fehlt, um Positives zu schaffen, ersetzt er durch negativen Ehrgeiz. Nachdem er vor über zwanzig Jahren in seiner Parteikarriere durch Merkel geschasst worden war, begab er sich in Netzwerke, die ihn in Macht und Geld einsponnen und auf das Gleis setzten, welches ihn „post-merkel“ ins Bundeskanzleramt brachte. Dort überlässt er es nun jenen Netzwerken, Deutschland weiter zu plündern.
Da Merz Deutschland egal ist, begibt er sich ins Ausland. Als Staatsmann zu gelten, dazu hat er allerdings Lust. (Deshalb setze er einen völlig unfähigen Provinzpolitiker ins Auswärtige Amt). Erfolg ist ihm dabei nicht beschieden. In Europa wird er von den Staatschefs Großbritanniens und Frankreichs vorgeschoben, wenn es darum geht, den Geldonkel oder Sündenbock für Fehlschläge zu spielen. Politisch ernstnehmen tut ihn keiner. Wie er in den USA behandelt wird, haben wir oben beschrieben. Und Putin würde wahrscheinlich auch dann nicht mehr mit ihm reden, wenn die Verhältnisse völlig andere wären und Merz darum bettelte. Was für ihn gerade noch geht, ist, in Indien auf Elefanten zu reiten, mit bunten Gierlanden um den Hals.
Mit dem Kopf zu wackeln und dabei starke Sprüche zu klopfen, ist Merz Markenzeichen. Dahinter steht nichts. Dies gilt auch für seine „Kriegslüsternheit“, die keine ist, da Merz wahrscheinlich beim ersten Schuß, den er hört, das Weite suchen würde. Warum sollte er im Krieg tapferer sein, als im Koalitionsauschuss?
Mit Friedrich dem Kleinen ist Deutschland vorläufig am unteren Rand staatspolitischer Qualität angekommen. Was nicht heisst, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte.
Merz soll übrigens Meister der Strafanzeigen gegen Leute sein, die ihn schärfer kritisieren, so wie wir es hier tun. Der Majestätsbeleidigungsparagraph 188 dient dafür als Vehikel. Dort steht sinngemäß geschrieben, dass derjenige bestraft werden soll, der Politiker beleidigt und sie dabei in ihrem öffentlichen Wirken beeinträchtigt. Eigentlich kann das auf Merz nicht zutreffen, denn er wirkt gar nicht öffentlich. Jedefalls nicht in dem Sinne, den ihm sein Amtseid vorschreibt, nämlich sein Land vor Schaden zu bewahren. Urteile im Sinne der o.a. Rechtsvorschrift sind also von vornherein widersinnig.
KMR

