Immer deutlicher wird, das Israel und die Vereinigten Staaten keines ihrer Ziele im Krieg gegen den Iran bisher erreichen konnten. Weder nukleare Anlagen, noch in wesentlichem Umfange Raketenarsenale wurden nachweislich vernichtet. Gleiches gilt für die Einsatzfähigkeit der iranischen Streitkräfte. Die Bombardierungen von zivilen Zielen haben die Moral der iranischen Bevölkerung erwartungsgemäß nur gestärkt. Der von den USA und Israel erhoffte Regimewechsel im Iran ist in weiterer Ferne denn je.
Inzwischen wurde klar bewiesen, was jetzt auch westliche Medien berichten, dass die USA und Israel das Kriegsverbrechen der Tötung von 170 Kindern in einer iranischen Grundschule begangen haben. Dies entspricht freilich der neuen Militärdoktrin der USA, die mehrfach insbesondere von US-Kriegsminister Pete Hegseth verkündet worden ist: Die Feinde der USA zu verfolgen und zu töten, ohne sich an irgendwelche Regeln zu halten, einschließlich des Humanitären Kriegsvölkerrechts. Mit Recht wurden diese fanatischen Ausführungen von Kritikern in den USA mit Entsetzen als Rückfall in Zeiten der Barbarei gewertet.
Auch die iranische Regierung ist nach wie vor uneingeschränkt handlungsfähig. Der Ermordete Religionsführer Ayatollah Khamenei wurde sehr rasch durch seinen Sohn ersetzt. Dasselbe gilt für andere Personen der politischen und militärischen Führung Irans.
Derweil wirkt sich die Sperrung der Meerenge von Hormus für Öltransporte immer stärker auch auf die westliche Wirtschaft aus.
Auch tritt immer mehr zutage, dass die Vorwände für den völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran durch die USA und Israel zu keinem Zeitpunkt zutrafen.
Es gab weder Hinweise darauf, dass der Iran kurz vor der Fertigstellung einer Atombombe stand (was die israelische Führung ohne jeden Beweis beharrlich seit Jahrzehnten behauptet), noch dass der Iran einen Angriff auf Israel oder die USA überhaupt vor hatte.
In diesem Zusammenhang verdichten sich auch die Hinweise, dass hinter der Motivation des Krieges in nicht unerheblichem Maße religiöse Fanatiker auf jüdischer und christlicher Seite eine Rolle spielten, die insbesondere starken Einfluss auf das Weiße Haus haben. Nach Berichten in den sozialen Medien ist eine der zentralen Figuren dieses Netzwerkes von Endzeitfanatikern Kriegsminister Pete Hegseth.
Religiöser Fanatismus aber ist in der Geschichte stets das gefährlichste Moment im Zusammenhang mit politischer und militärischer Macht gewesen.
Völlig klar ist, dass die USA nicht mehr lange in der Lage sein werden, ihre gewaltige Militärmaschinerie im Nahen Osten logistisch und führungsmäßig einsatzbereit zu halten. Nach Expertenmeinung gehen die Kapazitäten der US- und israelischen Streitkräfte zur Luftabwehr in bedenklichem Maße zurück. Auf der anderen Seite gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Iran Schwierigkeiten beim Nachschub von Raketen- und Drohnensystemen hätte. Deshalb nimmt die Gefahr eines wirkungsvollen Angriffs des Iran auf amerikanische Seestreitkräfte, einschließlich der Flugzeugträger, mit jedem Tag zu.
Die Versenkung oder auch nur schwere Beschädigung eines Flugzeugträgers aber würde für die öffentliche Meinung in den USA verheerende Folgen haben. Es scheint kaum möglich, dass in einem solchen Falle die Regierung Trump politisch überleben könnte.
Einige Äußerungen des US-Präsidenten in den vergangenen Tagen lege nahe, das das Weiße Haus nach einem Ausweg aus diesem Desaster sucht, ohne sein Gesicht zu verlieren.
Unabhängigen Beobachtern war von vornherein klar, dass die USA und Israel den Iran militärisch, jedenfalls mit konventionellen Mitteln, nicht in die Knie zwingen können. Die Geschichte lehrt, das ausschließlich aus der Luft geführte Angriffe niemals zu einer Entscheidung in einem Kriege führen können. Dazu gehört immer der Einsatz von Bodentruppen. Auch wenn Präsident Trump diesen Einsatz als eine Möglichkeit erwähnte, wird es dazu aber höchstwahrscheinlich nicht kommen. Eine militärische Besetzung des Iran liegt jenseits aller Möglichkeiten. Jeder Versuch würde für den Angreifer in einer Katastrophe ändern.
Die einzige Schlussfolgerung aus dem eben gesagten ist, das Präsident Trump und seine Berater mit dem Angriff auf den Iran, der, wie offen zutage liegt, auf Druck Israels ausgeführt wurde, einen schweren Fehler begangen haben.
Ein schwerer Fehler ist auch die Unterstützung der US-israelischen Kriegspolitik durch die deutsche Bundesregierung, namentlich Bundeskanzler Friedrich Merz. Abgesehen von den verheerenden wirtschaftlichen Folgen für unser Land hat der Iran inzwischen auch mit Vergeltungsmaßnahmen in Deutschland gedroht.
Hören Sie hierzu auch das jüngste Interview, das Andrew Napolitano mit Col. Douglas Mcgregor geführt hat.
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