In vielen Bereichen sieht die Welt in Mitteldeutschland doch noch anders aus. Das gilt nicht zuletzt für die Politik. Nicht nur, dass die AfD in mehreren östlichen Bundesländern an der absoluten Mehrheit der Wählerstimmen kratzt, auch die Sache mit der „Brandmauer“ hat dort eine andere Qualität als im Westen.
Zumindest für die kommunale Ebene kann man das sagen. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Beispielen, wo die AfD ganz normal mit anderen Parteien zusammenarbeitet. In erster Linie gilt das natürlich für die CDU. Nun wurde ein weiterer spektakulärer Fall bekannt. Im brandenburgischen Hennigsdorf stimmte im dortigen Stadtrat die CDU einem Antrag der AfD zu, Bürgerwehren einzurichten. Diese sollen an Brennpunkten der Stadt zu bestimmten Zeiten nach dem Rechten schauen, natürlich in Abstimmung und in Zusammenarbeit mit den Behörden und der Polizei.
Wie nicht anders zu erwarten, herrscht bei der CDU in Brandenburg Alarmstimmung. Man kann sich auch vorstellen, was angesichts solcher Durchlöcherungen der Brandmauer im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin los ist.
Die Bildzeitung berichtet dazu am 13. Februar 2026 auf Ihrer Internetpräsenz:
>>Polit-Knall an der Havel! Künftig sollen ehrenamtliche Bürgerpatrouillen rund um den Bahnhof von Hennigsdorf (27.000 Einwohner) Diebstähle und „unangemessenes Verhalten“ verhindern. Dafür ist sogar die Brandmauer zur AfD zerbröselt. Die CDU stimmte mit fünf Stadtverordneten dem AfD-Antrag zu, der eine Bürgerstreife vorsieht. Kritiker fürchten nun: Den Patrouillen könnten sich vor allem Anhänger der Rechtsaußen-Partei anschließen. Der „Tagesspiegel“ und der „RBB“ berichteten zuerst.
Am heutigen Freitag wollen Grüne und Gegner ab 17 Uhr vor dem Rathaus der Stadt gegen den Beschluss protestieren. Zwar haben die Bürgerpatrouillen keinerlei polizeiähnliche Befugnisse, sie sollen bei Auffälligkeiten lediglich die Polizei alarmieren. Doch der Stadtverordnete Clemens Rostock (Grüne) fürchtet im „RBB“: „Alle Menschen, deren Rechte die AfD beschneiden will – Frauen, nicht heterosexuelle Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund – müssen befürchten, dass demnächst von der AfD initiierte Bürgerpatrouillen durch die Stadt ziehen.“
CDU: „Es geht nicht um Parteipolitik“
Trotz dieser Warnung stimmte die Hennigsdorfer CDU dem Antrag zu. Fraktionschef Werner Scheeren (58) verteidigte das Ja: „Das ist eine präventive Maßnahme, die Hennigsdorf einfach mal ausprobieren kann. Es geht um die Sache, nicht um Parteipolitik.“ In der Landespartei schrillen dagegen die Alarmglocken! CDU-Generalsekretär Gordon Hoffmann (58) sagte dem „RBB“: „Koalitionen und Zusammenarbeit mit der AfD gibt es nicht.“ Auch wenn die Abstimmung formal kein Regelbruch sei – politisch halte er sie für „einen Fehler“.<<
Soweit „Bild“. Das lügenhafte Gerede des Grünen-Mannes kann man getrost ignorieren, denn nirgendwo will die AfD irgendjemanden in seinen Rechten beschneiden. Interessanter ist das Winden der Landes-CDU, die etwas leugnen will, was doch für jeden offensichtlich ist: Es gibt eine Zusammenarbeit der CDU mit der AfD, und zwar von Politikern, denen nicht die Parteidisziplin, sondern das Gemeinwohl wichtig ist. Es wird Zeit, dass sich das auch im Westen durchsetzt.
KMR

