
Die Frohe Botschaft an Ostern für alle Christen der Welt lautet: „Der Herr ist auferstanden, der Herr ist wirklich auferstanden“. Die Ostergottesdienste überall beginnen mit diesem Ruf. Seit 2000 Jahren hat die Frohe Botschaft (griechisch: εὐαγγέλιον, Euangelion – Evangelium), dass Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott, Sohn Gottes, am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist, uns hierdurch Erlösung vom Tod und ewiger Verdammnis und das ewige Leben gebracht hat all denen, die daran glauben, ohne Verdienst, allein aus der Gnade Gottes, Trost und Mut gegeben.
In diesen 2000 Jahren haben ungezählte Christen für ihr Bekenntnis zu der Frohen Botschaft das Blutzeugnis abgelegt. Tausende tun es jedes Jahr noch heute. Besonders in den Ländern islamischer Herrschaft werden Christen in zunehmendem Maße brutal verfolgt. Doch nicht nur dort: Die israelische Armee zerstört gegenwärtig im Südlibanon christliche Siedlungen, tötet oder vertreibt ihre Einwohner. Auch in den atheistischen kommunistischen Systemen wie China sind Christen immer noch Drangsalierungen ausgesetzt. In Europa erleben wir eine zunehmende Christenfeindlichkeit auch durch den importierten Islamismus.
Die in der Nachfolge Christi stehen, müssen leiden, so sagt es die Bibel. Doch die Frohe Botschaft verleiht die Kraft dazu. Vor einigen Jahren wurde berichtet, wie eine Gruppe von Christen von einer islamistischen Horde in Afghanistan getötet wurde. Die Männer wurden aufgefordert, dem Christentum abzuschwören, dem Islam zu huldigen oder zu sterben. Alle wählten den Tod. Unter dem Haufen Erschlagener aber überlebte ein Mann, der gerettet wurde. Auf die Frage eines westlichen Journalisten, warum er den Übertritt zum Islam nicht einfach vorgeschützt hätte, antwortete er entrüstet: „Ich kann doch nicht meinen Herrn Jesus Christus verleugnen.“ Derlei Standhaftigkeit im Glauben macht sprachlos.
Es ist nicht von ungefähr, dass in den Regionen der Welt, wo die Bedrängnisse am größten sind, die christlichen Gemeinden wachsen, während sie im von Dekadenz und Materialismus heimgesuchten „Wertewesten“ zunehmend verschwinden.
Derzeit erleben wir, wie das Christentum in westlichen Ländern in blasphemischer Weise politisch-ideologisch missbraucht wird. In den USA wird von führenden Politikern der Irankrieg mit vorgeblich „christlichen“ Parolen angeheizt. Im Weißen Haus sitzen fanatische Prediger, die Hass und Hetze gegen den „Feind“ verbreiten und das iranische Volk „in die Steinzeit zurückbomben wollen“. Endzeitsektierer wollen das „Kommen des Messias“ beschleunigen, indem sie durch Kriege und andere Katastrophen ein „Armageddon“ herbeiführen wollen. Der „Messias“ aber, den sie verkündigen, ist nicht der Christus, der von der Heiligen Schrift bezeugt wird, sondern der leibhaftige Satan.
Wir wollen an dieser Stelle nicht über den Zustand der Kirchen in Deutschland oder anderswo lamentieren. Die unsichtbare Kirche, welche die Gemeinschaft aller Erlösten Im Himmel und Gläubigen auf der Erde unter dem Herrn Jesus Christus ist, und die durch den Heiligen Geist konstituiert wird, ist durch das Abirren von Geistlichen und Kirchenfunktionären der „sichtbaren“ Kirchen ohnehin nicht tangiert. Wer aber eine christliche Glaubensgemeinschaft, wie groß oder klein sie auch sei, der in der Heiligen Schrift bezeugten Frohen Botschaft durch politische Ideologisierung abspenstig macht, der hat das Gericht zu erwarten.
Es ist ohnehin die Frage zu stellen, ob die Zeit der „großen Kirchen“ abgelaufen ist. Die römisch-katholische Kirche, seit Jahren von Missbrauchsskandalen heimgesucht, erscheint zunehmend hohl und ausgelaugt, das äußerliche Gepräge nur noch als Fassade dienend. Zweifellos gibt es dort nach wie vor gläubige Christen, die der Frohen Botschaft getreu dem biblischen Zeugnis folgen, doch auch sie werden weniger, suchen zunehmend das Weite oder treten zu kleineren Gemeinschaften über, die es auch im katholischen Bereich gibt. Der ohnehin zersplitterte Protestantismus ist von irgendeiner Einheit weiter entfernt, denn je. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist zu einem Anhängsel rot-grüner Parteipolitik verkommen, konservative bibeltreue Protestanten schließen sich zunehmend kleineren Freikirchen an. Die orthodoxen Kirchen des Ostens haben sich offensichtlich von liberalen Einflüssen bisher weitgehend frei halten können, was vielleicht auch daran liegt, dass sie nationale und volkstümliche Eigenarten in den jeweiligen Ländern einbezogen haben und bewahren konnten. Ihr Zusammenhalt und konservatives Gepräge lässt sich sicherlich auch aus der historischen Erfahrung der Frontstellung gegen den Islam in Gestalt des ehemaligen Osmanischen Reiches erklären.
Ob eine Reform der großen bzw. Amtskirchen in Deutschland möglich ist, erscheint zweifelhaft. Hierzu wäre zunächst die Herstellung tatsächlicher Staatsferne erforderlich. Der christliche Journalist Peter Hahne hat in einem Oster-Interview mit der „Jungen Freiheit“ gefordert, die Kirchensteuer abzuschaffen und die öffentlichen Mittel für die Amtskirchen zu streichen, um die politische Abhängigkeit zu beenden und die Kirchen zu zwingen, sich wieder auf ihre ureigensten Aufgaben der Verkündigung und Seelsorge zu konzentrieren. Man könnte das durch die Forderung ergänzen, den öffentlich-rechtlichen Status der Amtskirchen durch Grundgesetzänderung zu beenden. Ob diese rein administrativen Maßnahmen ausreichen, um die Missstände abzuschaffen, ist allerdings fraglich.
Hahne macht sich trotz allem keine Sorgen darüber, dass die Gemeinde der Christgläubigen in Deutschland und in der Welt verschwinden könnte. Wir wollen uns im Sinne des Vorgesagten dem mit Nachdruck anschließen. Denn die Frohe Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu, ein für allemal verkündet, wahr und ewig, kann nicht zerstört werden, auch nicht von Teufel und Hölle, wie schon Martin Luther in seinem berühmten Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ schrieb. Und so soll uns Christen auch an diesem Osterfest die feste Zuversicht bleiben:
„Der Fürst dieser Welt, wie saur´ er sich stellt, tut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht´! Ein Wörtlein kann ihn fällen“.
Stephan Ehmke

