Beunruhigende Nachrichten erreichen uns aus den USA. Der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson berichtete dieser Tage auf dem Kanal „Judging Freedom“ von Informationen aus einer zuverlässigen Quelle, wonach Präsident Trump die Codes für den Einsatz von Atomwaffen verlangt habe. Gemäß Johnson habe dies Stabschef Caine allerdings verweigert. Die Darstellung Johnsons wurde schnell international verbreitet und erregte vielfaches Aufsehen. Darauf reagierend, sah sich das Weiße Haus veranlasst, ein Dementi herauszugeben. Trump selber äußerte sich wenig später öffentlich, er werde „niemals“ Atomwaffen einsetzen.
Die Eile und Aufregung, mit der Washington reagierte, deutet für Beobachter allerdings darauf hin, dass an der Sache doch etwas dran sein könnte. So weit, so schlecht.
Mögen Johnsons Information auch auf Irrtum beruhen, die Befürchtungen einer erneuten Eskalation des Iran-Konfliktes sind mehr als berechtigt. Zwar hält der Waffenstillstand an, doch sorgen viele widersprüchliche Meldungen über die Blockade der Meerenge von Hormuz, die Räumung von Minen, Angriffe auf und Kaperungen von Schiffen für Verwirrung. Auch ob derzeit Gespräche zwischen den Konfliktparteien in Pakistan stattfinden oder nicht, ist unklar.
Jedenfalls übt Israel weiterhin massiven Druck auf die USA aus, die Angriffe auf den Iran wieder aufzunehmen. Verteidigungsminister Katz forderte dies in einer Fernsehansprache nachdrücklich. Dabei war auch wieder vom „Zurückbomben in die Steinzeit“ die Rede. US-Experten halten es für möglich, dass Israel Trump durch einen „False-Flag“-Angriff auf einen US-Flugzeugträger in Zugzwang setzen könnte.
Israel verfügt über Atomwaffen, auch wenn das Land dies offiziell nie zugegeben hat. Das äußerst aggressive Auftreten der Netanjahu-Regierung gegen den Iran veranlasst durchaus zu Spekulationen, ob diese die Nuklear-Option jetzt im Betracht zieht. Jedenfalls ist bei Regierungsvertretern in Tel Aviv immer öfter die Rede von einer „existenziellen Bedrohung“ Israels. Der jüdische Staat hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er Atomwaffen einsetzen würde, sehe er die reale Gefahr seiner Auslöschung.
Zur Beunruhigung muss beitragen, dass ganz offensichtlich bei einigen der handelnden Personen religiöser Fanatismus und messianische Endzeitphantasien eine Rolle spielen. Dies gilt auch für einflussreiche Kreise in den USA, die bis ins Weiße Haus hineinreichen. In diesem Zusammenhang sorgen insbesondere die Auftritte von „Kriegsminister“ Hegseth für Bestürzung auch in kirchlichen Kreisen. Inzwischen sind hunderte Beschwerden von US-Soldaten bei zivilen Organisationen eingegangen, in denen beklagt wird, militärische Vorgesetze würden die Motivation des Krieges gegen den Iran religiös verbrämen.
Religiöser Fanatismus und Kriegführung aber haben selten zu einem guten Ende geführt. Man kann nur hoffen, dass sich auf allen Seiten schließlich doch noch die Vernunft und der klare Menschenverstand durchsetzen werden.
KMR

