
„Verstehen sich Deutschland und Russland, geht es uns und Europa gut“ – und vice versa. Dies galt lange in unserem Land, insbesondere im 19. Jahrhundert, als die Preußischen Könige und Deutschen Kaiser Verständigung und Ausgleich mit dem östlichen Reich suchten, mit dem Preußen/Deutschland seit der Ersten Polnischen Teilung 1772 eine gemeinsame Grenze hatte.
Die Befreiungskriege 1813-15 mit der folgenden „Heiligen Allianz“, wo Preußen, Russland und Österreich Europa von dem Usurpator Napoleon befreiten, wurde für Generationen das prägende Erlebnis. König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen verpflichtete sich St. Petersburg, indem er im Krimkrieg (1853-56), mit dem die Westmächte Europas zum ersten Mal Russland zerschlagen wollten, neutral blieb. Auf der Dankbarkeit der Zaren konnte Bismarck mit seiner genialen Außenpolitik aufbauen, deren Kern der Friede zwischen Deutschland und Russland war.
Erst das 20. Jahrhundert mit den von einer globalen Klicke entfesselten ideologischen Kriegen, deren Ziel nicht zuletzt wieder die Vernichtung Deutschlands und Russlands war, änderten das. Nach dem Ende des Kalten Krieges sah es so aus, als sollte zwischen Deutschland und Russland wieder eine Politik der Verständigung und des Friedens die erste Rolle spielen. Doch die erwähnte globale Klicke wollte und will dies nicht zulassen.
Heute wird uns von Scharfmachern dieser Klicke weisgemacht, „der Russe“ sei wieder unser Erzfeind. Unbewiesen und aus er Luft geholt wird das Schreckgespenst eines kurz bevorstehenden russischen Einmarsches in Westeuropa an die Wand gemalt. Dabei werden auch wieder rassistische antislawische Ressentiments bedient. Nicht Wenige vermuten, dass die NATO einen Präventivkrieg gegen Russland vorbereitet.
Das Compact-Magazin weist auf ein historisches Ereignis hin, das ebenfalls eine Verständigung mit Russland brachte, diesmal in höchster Not für das Königreich Preußen, das sich unter Friedrich dem Großen im Siebenjährigen Krieg einer Front von Feinden gegenübersah, zu denen auch Russland gehörte. Da ereignete sich das „Wunder des Hauses Brandenburg“, wie der Große König es nannte. Die Preußenhasserin Zarin Elisabeth starb und auf den Peterburger Thron folgte ihr der deutsche Prinz aus holsteinischem Geblüt, Peter III. Er stellte die Feindseligkeiten umgehend ein und schloss am 5. Mai 1762 mit Preußen den Frieden von St. Petersburg.
Lesen Sie hier dazu den Beitrag des Compact-Magazins.
Bild: Bekanntmachung der Rückgabe des Königreichs Preußen (Ostpreußen) an König Friedrich II. infolge des Friedens von St. Petersburg, Königsberg, 1. Juli 1762.

