Mit dem jetzt unterzeichneten vorläufigen Friedensabkommen haben die USA praktisch ihre Niederlage im Iran-Krieg bestätigt. Teheran konnte im wesentlichen alle seine Forderungen durchsetzen.
Trumps kleinlautes Eingeständnis, dass die USA kurz vor dem Ende ihrer Ölreserven stehen, ist nur ein Schlaglicht auf diese Kapitulation. Selbst den Besitz von strategischen Raketen gestand derselbe US-Präsident dem Iran jetzt zu, der gestern noch das Land am Golf dem Erdboden gleich machen wollte.
Nun ist bestätigt, dass alle Beurteilungen kritischer Experten bezüglich des Iran-Krieges zutreffen: Iran ist nach wie militärisch schlagkräftig, es ist wirtschaftlich handlungsfähig (nicht zuletzt dank Russland und China) und sein Mullah-Regime sitzt fester im Sattel als je zuvor.
Kein einziges der proklamierten Kriegsziele haben die USA erreicht. Im Gegenteil: Die gewaltige Militärmaschinerie, welche Washington im Mittelmeer und dem Persischen Golf aufgefahren hatte, erwies sich als vollkommen wirkungslos. Jeder Tag der Präsenz der US-Truppen in der Region verschlingt Millionen US-Dollar. Das kann Washington sich nicht länger leisten. Und man darf nicht vergessen, dass der Iran praktisch alle US-Militärstützpunkte im Nahen Osten lahmgelegt hat. Der Abzug der USA ist unaufschiebbar geworden.
Der wohl interessanteste Teil des Abkommens zwischen dem Iran und den USA betrifft den Libanon. Es wurde vereinbart, dass die Integrität und die Sicherheit des Landes gewährleistet sein soll. Das bedeutet nichts weniger, als dass die israelische Armee das Land zu verlassen hat.
Wie wird sich Tel Aviv verhalten? Bisher konnte die Regierung Netanjahu mit ihren Kriegsfalken Ben Gvir und Smotrich Washington nach Belieben an der Nase herumführen und praktisch jedes Waffenstillstandsabkommen torpedieren, indem man den Libanon weiter bombardierte und besetzte. Das könnte nun vorbei sein. Fest steht: Israel ist ohne die permanenten Waffen-. und Geldlieferungen aus den USA nicht handlungsfähig. Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung Trump Tel Aviv und Netanjahu den Hahn zudreht. Abzuwarten bleibt auch, wie die mächtige zionistische Lobby sich in den USA verhalten wird.
Kritiker geben dem Abkommen wenig Chancen, wenn Israel nicht zur Räson gebracht werden kann. Der Iran wird das Papier sofort zerreißen, wenn Tel Aviv weiter den Libanon angreift. Dann wird man wieder am Anfang stehen. Doch der entscheidende Unterschied ist, dass der Iran die Hand auf der wichtigen Straße von Hormus hat und möglicherweise jetzt tatsächlich die Atombombe bauen wird (wenn man sie denn noch nicht hat).
Es bleibt dabei: Die USA haben bezüglich des Iran-Konfliktes eine totale Niederlage erlitten.
Hier können Sie dazu die aktuelle Lageeinschätzung des US-Experten Larry Johnson ansehen und anhören:

