Terror, Gefährte des Krieges

Ein Kommentar von Karl M. Richter

Der Westen steckt in einem Dilemma. Die militärische Niederlage der Ukraine zeichnet sich deutlich ab. Daran ändern auch keine Waffenlieferungen (von denen ein beträchtlicher Teil offensichtlich ohnehin in dunklen Kanälen verschwindet) etwas, denn Kiew geht das Personal aus. Die Verluste auf dem Schlachtfeld sind fürchterlich, dazu kommen sich steigernde Desertionen. Der Personalersatz ist schlecht ausgebildet und unmotiviert.

Wollte die NATO die Niederlage der Ukraine abwenden, müsste sie mit Truppen eingreifen. Kriegspartei ist sie ohnehin längst. Dies aber würde den den Dritten Weltkrieg mit einem wahrscheinlichen atomaren Armageddon bedeuten. Doch selbst ein konventioneller Krieg wäre für den Westen tödlich, denn man kann mit Sicherheit davon ausgehen, daß China, der Iran, vielleicht auch Indien, die arabische Welt und Afrika und möglicherweise die Türkei sich auf Moskaus Seite stellen. Dies alles träfe ein Europa, das durch die sinnlosen wie desaströsen Sanktionen ohnehin schwer angeschlagen ist.

Es ist nur logisch, daß Washington, London und Kiew meinen, jetzt auf den Terror setzen zu müssen. Die Vorstellung ist offensichtlich, daß, will man den Weltkrieg verhindern, der Versuch unternommen werden müsse, Rußland von innen heraus zu destabilisieren und die Putinregierung zu stützen. Alles in der Hoffnung, daß dann die Russische Föderation zerbrechen wird. Allem Anschein nach verfolgen die westlichen Geheimdienste jetzt genau diese Strategie.

Der Terror gegen die Zivilbevölkerung ist Gefährte jeden Krieges. Auch in der Neuzeit ist kein Krieg nach den Regeln des Völkerrechtes geführt worden. Die Moderne hat den Krieg ideologisiert, den Gegner entmenschlicht und ihn der Vernichtung preisgegeben. Ein Unterschied zwischen „Kombattanten“ und „Nichtkombattanten“ steht dabei höchstens noch auf dem Papier. Die Ukraine greift nicht erst seit dem russischen Angriff im Februar 2022 gezielt die Zivilbevölkerung im Donbaß an, setzt verbotene Munition ein, und benutzt Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Über Wohngebieten werden Minen verschossen, die wie Spielzeug aussehen und sich speziell gegen Kinder richten. Ukrainische Politiker rufen offen zur Ausrottung der russischen Bevölkerung auf. Dies alles mit Duldung und Unterstützung des „Wertewestens“.

In demselben Zusammenhang sind auch die Angriffe auf das Atomkraftwerk in Saporischja und die Ermordung der bekannten russischen Journalistin Darja Dugina zu sehen. Hier gibt es nur noch den nackten Vernichtungswillen.

Erschreckend ist die Aufheizung der Stimmung in Westeuropa. Die verbalen Maßlosigkeiten nehmen jeden Tag zu. Längst herrscht auch in Deutschland ein von Politik und Medien angefachter Russenhaß, der keinen Unterschied mehr zwischen Putin und seinem Volk macht. Dieser Tage suhlt sich die Mainstreampresse in unverhohlener Freude am Tod der unschuldigen Darja Dugina. Erstaunlich auch die schnelle Wandlung der Kartellpolitiker zu Kriegstreibern. Ist es Schwäche (Scholz), Dummheit (Baerbock), oder Freude an der Zerstörung (Habeck), welche die Kriegs- und Waffengeilheit antreibt?

Wie kann man glauben, daß Waffenlieferungen und das Schüren von Haß auf den Gegner den Frieden bringen könnten? Fast sollte man meinen, im Westen hätten die Kräfte der Zerstörung die Oberhand gewonnen. Oder setzen sich doch noch die Besonnenen und Vernünftigen in Politik und Militär durch, die das Schlimmste verhindern können?

Soll die Lage nicht weiter eskalieren, geht an Verhandlungen kein Weg vorbei. Niemand geringerer als Henry Kissinger hat das klar erkannt und gesagt. Beide Seiten müssen aufeinander zugehen und Verzicht leisten, der Westen und Rußland.

Der Westen und vor allem Washington aber müssen einsehen, daß ihre globale Hegemonie ein für allemal vorbei ist. An der multipolaren Weltordnung geht kein Weg mehr vorbei. Wollen wir hoffen und beten, daß nicht irgendwelche Irren oder Satansjünger dies um den Preis der Vernichtung der Welt zu verhindern versuchen.

Karl M. Richter

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