Lage Ukraine 20.10.22 – Kriegsrecht im Donbaß

Die russischen Streitkräfte bereiten sich nach wie vor auf eine gegnerische Offensive auf Cherson vor. Meldungen sagen, die ukrainische Seite warte noch Verstärkungen ihrer Luftabwehr, insbesondere gegen Drohnen, aus dem Westen ab.

Die russische Bewertung der Lage bezieht auch eine mögliche Zerstörung des Dnjpr-Staudammes bei Nowa Kachowka ein. In diesem Falle würden große Gebiete bis zur Mündung des Flusses überflutet werden. Simulationen errechneten eine Flutwelle von wenigstens 4 Metern Höhe, die auch die Stadt Cherson vollständig bedecken und weitgehend verwüsten würde. Die Wassermassen würden nach etwa drei Tagen abgeflossen sein. Eine solche Maßnahme würde die russische Verteidigung schwächen, aber auch Angriffsoperationen behindern.

Die Zerstörung des Dammes würde zudem eine Katastrophe hervorrufen, die Zehntausende Menschenleben unter der Zivilbevölkerung kosten könnte. Ob es dem Westen gelingen würde, ein Kriegsverbrechen derartigen Ausmaßes von Seiten Kiews noch zu rechtfertigen bzw. zu decken, muß bezweifelt werden.

Die russischen Bodentruppen im Bereich Cherson wurden unterdessen wesentlich verstärkt. Die Verteidigung wird sich gleichwohl im Schwerpunkt auf die Luftüberlegenheit abstützen. Insbesondere sollen nach russischen Angaben 1.500 „Kamikaze-Drohnen“ vor Ort zur Verfügung stehen.

Die anderen Frontabschnitte bleiben auch am 20.10.22 ruhig. Die russische Seite führte keine weiteren Luftschläge im Gebiet der Ukraine durch. Dies dürfte auch der Schonung der Reserven für die erwartete gegnerische Cherson-Offensive dienen.

Bereits am 19.10.2022 hatte Präsident Putin das Kriegsrecht über die vier neuen russischen Donbaß-Regionen verhängt. Damit wird dem Militär in allen politischen und wirtschaftlichen Belangen der Vorrang eingeräumt. Auch Evakuierungen können angeordnet werden.

Das Satellitenbild zeigt die Ukraine am 17.10.2022, Nachts. Die Verdunkelung dürfte ihre Ursache neben Stromausfällen auch in Schutzmaßnahmen gegen Luftbedrohung haben. Quelle Telegram.

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