Vor 160 Jahren – die Ereignisse des Deutsch-Dänischen Krieges

Prinz Friedrich Karl von Preußen, Neffe König Wilhelms I., kommandierte die preußischen Truppen vor Düppel.

 

Schleswig-Holstein 1864 – Zwischenspiel

(Übersichtskarte unten.)

Nach dem 22. Februar 1864 fanden für ungefähr drei Wochen nur kleinere Vorpostengefechte vor der Düppelstellung statt. An der Jütischen Grenze herrschte bis Anfang März vollständige Ruhe.

Militärisch kam es für Preußen jetzt darauf an, die Belagerung und den Sturm auf die Düppeler Schanzen vorzubereiten. Hierzu waren massive Verstärkungen der Infanterie, der Pioniere und der Artillerie erforderlich.

Die Dänen mühten sich derweil, die Befestigungsanlagen vor Sonderburg, die in den Jahren zuvor arg vernachlässigt worden waren, rasch in einen verteidigungsfähigen Zustand zu versetzen.

Dem Oberkommandierenden der dänischen Armee, General Gerlach*, war allerdings klar, dass ihm dies nur unbefriedigend gelingen konnte, denn personelle und materielle Reserven standen ihm kaum zur Verfügung.  Zudem war die Stimmung der Soldaten und der dänischen Bevölkerung nach den zurückliegenden Rückzügen und Niederlagen wenig optimistisch.

Politisch war die Lage durchaus sensibel. Zwar brauchten die Alliierten das Eingreifen dritter Mächte nicht mehr zu fürchten, doch begann sich die preußisch-österreichische Rivalität in Bezug auf die Machtfrage in Deutschland während der Dänemark-Kampagne zu verschärfen. Bismarck, der bereits vor Düppel den Gewinn der Herzogtümer für Preußen ins Auge gefasst hatte, musste also vorsichtig agieren, um einen vorzeitigen Bruch zwischen den beiden deutschen Staaten zu vermeiden.

Gleichzeitig wurde die Stimmung in Berlin ungeduldiger. Dort wollte man auf dem Kriegsschauplatz eine schnelle Entscheidung sehen, verbunden mit einer überzeugenden Tat der preußischen Waffen.

*) Gerlach hatte den nach der kampflosen Räumung des Danewerkes abgelösten General de Meza ersetzt.

1864 – die nächste Runde

In den letzten Februartagen des Jahres 1864 war es Bismarck gelungen, die Österreicher von der Notwendigkeit eines weiteren Vorgehens gegen Jütland zu überzeugen. Am 6. März erhielt Generalfeldmarschall von Wrangel den Auftrag, mit den in Nordschleswig stehenden Teilen der verbündeten Armee weiter nach Norden vorzurücken.

Demgemäß erfolgte am 7. März die Aufstellung der Truppen an der jütischen Grenze; am darauffolgenden Tag wurde sie überschritten. Das III. Korps (die preußischen Garden) hatte sich ostwärts gegen Fredericia, das II. Korps (Österreicher) gegen Vejle zu richten. Noch am 8.3.  erreichten die Verbände ihre Ziele; die Garden warfen bei Sudsö und Snaghöj eine dänische Verteidigung, die mehrere hundert Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen einbüßte. Die Österreicher unter Feldmarschallleutnant von Gablenz besetzten Vejle nach einigem Widerstand und gingen unverzüglich gegen die nördlich der Stadt auf Anhöhen liegende stärkere dänische Verteidigung vor. Nach kurzem aber heftigem Gefecht wichen die Dänen nach Norden aus. Den siegreichen Österreichern fielen dabei 200 Gefangene in die Hände.

Das preußische Oberkommando beschloss nun, die den Übergang zu den dänischen Inseln beherrschende Festung Fredericia einzuschließen und mit Artilleriefeuer zu belegen.

Vor den Düppeler Schanzen blieb es unterdessen ruhig. Beide Seiten bereiteten sich intensiv auf die erwarteten weiteren Operationen vor: die Preußen zum Angriff, die Dänen zur Verteidigung.

15. März 1864: Beschießung von Düppel beginnt – Fehmarn befreit

Nach dem Beschluss zum Sturm der Düppeler Festung wurde der Angriffsplan festgelegt: die förmliche Belagerung sollte unter starker Artillerieunterstützung auf dem linken dänischen Flügel vor den Schanzen I – VI erfolgen, wo das hügelige Gelände eine gedeckte Annäherung begünstigte. Vor dem eigentlichen Sturm waren Laufgräben und Parallelen anzulegen, die sich bis auf 300 Schritt den Schanzenwerken annähern sollten. Waren die ersten Schanzen genommen, hatten die Sturmtruppen den dänischen rechten Flügel flankierend aufzurollen. Gleichzeitig sollten durch rasches Nachsetzen nachfolgender Infanterie ausweichende dänische Teile noch vor Sonderburg zerschlagen werden.

Die ersten beiden Wochen des März 1864 wurden intensiv zur Vorbereitung der Belagerung genutzt. Neben einigen Gefechten mit dänischen Vorposten, die dem weiteren Vorschieben der preußischen Linie dienten, wurden durch Pioniere und Infanterie Geräte und Materialien, wie Schanzkörbe, Faschinen, Sappen usw. hergestellt. Besondere Bedeutung kam der Einrichtung von Batterien der schweren Artillerie zu, die auf der Halbinsel Broacker (in Gammelmark) angelegt wurden. Von hier aus konnten die für den Sturm vorgesehenen Schanzen über den Wemmingbund in der Flanke sowie das Hinterland der Werke und Sonderburg beschossen werden. Gleichzeitig war eine wirksame Abwehr der dänischen Seestreitkräfte möglich.

Um 11 Uhr am 15. März 1864 begann die Beschießung der Düppeler Schanzen mit acht gezogenen 24-Pfündern und achtzehn 6-Pfündern, welche in den folgenden Tagen fortgesetzt wurde. Die psychologische Wirkung auf den Gegner in der Festung war groß, der materielle Schaden hielt sich in Grenzen. Nachts gelang es den Dänen zumeist, die Zerstörungen wieder zu beseitigen. Kritische preußische Stimmen beklagten den „zu frühen“ Beginn der Beschießung, bevor sich die Artillerie in Front der Schanzen in ausreichendem Maße beteiligen konnte. So kam es in den folgenden Wochen darauf an, die Zahl der Geschütze insgesamt wirksam zu erhöhen.

In der Nacht vom 14. auf den 15. März 1864 wurde die damals zum Herzogtum Schleswig gehörende Insel Fehmarn  durch preußische Infanterie von der dort noch vorhandenen schwachen dänischen Besatzung befreit, wobei es zu keinen größeren Gefechten kam. 4 Offiziere und 109 Mann gingen in deutsche Gefangenschaft.

Text: Stephan Ehmke

One thought on “Vor 160 Jahren – die Ereignisse des Deutsch-Dänischen Krieges

  1. Ein oft vergessenes Ereignis der deutsch-dänischen Geschichte. Heute sprechen die Kinder des deutschen Wirtschaftsministers, der ja mit einem Vaterland nie etwas anfangen konnte, auch zu Hause dänisch

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